Gelungener Informationsabend mit dem Niedersächsischen Gesundheits- und Arbeitsminister Philippi und knapp 100 Gästen

Minister Andreas Philippi mit Christiane Hellberg, Jessica Herzberg und Rosita Klenner (v.l.n.r.) (Foto: SPD Ortsverein Südharz)

So ist die Reform der Pflegekassen weiterhin notwendig und insgesamt müsse man der steigenden Kostenbelastung der Kassen stärker entgegentreten. Ein erster Schritt ist der Aufbau großer zentraler Kliniken. Dazu wird das Land in den nächsten 10 Jahren rund 8 Mrd. EUR zur Verfügung stellen. Aber auch die hausärztliche Versorgung soll gestärkt werden. Der dazu beschlossene 10-Punkte-Plan zielt auf eine breite Ausbildung, Förderung von Studierenden nach der „Landarztquote“, sowie den Ausbau von digitalen Leistungen um Ärztinnen und Ärzte zu entlasten. Realität ist aber auch, dass niemand gezwungen werden kann, eine bestimmte Praxis zu übernehmen. Die Politik hat hier nur geringen Einfluss. Es können nur Rahmenbedingungen geschaffen bzw. verbessert werden. Die Nutzung eines MVZ bietet für Ärztinnen und Ärzte einen großen Vorteil: Der Aufwand für Verwaltung wird verteilt und ist für den Einzelnen geringer. Parallel bietet der Zusammenschluss einen guten interdisziplinären Austausch.


Ein weiterer Diskussionspunkt war die Lebensmittelkostenpauschale in Pflegeeinrichtungen. Diese ist je Bundesland unterschiedlich, mit teilweise deutlichen Differenzen.


Vielen Zuhörern lag das Thema der Schließung der Arztpraxen in Wieda und Zorge auf der Seele. Die Entscheidung wo eine Praxis eröffnet wird liegt nicht in den Händen der Politik. Weder könne eine Ärztin oder ein Arzt gezwungen werden an deinen bestimmten Ort zu praktizieren, ebenso frei ist die kassenärztliche Vereinigung bei der Standortwahl der Hausarztsitze. Natürlich gibt es Regelung für die Verteilung der Sitze. Letztendlich wird die Entscheidung in der kassenärztlichen Vereinigung getroffen. Dabei spielt auch die Attraktivität der Sitze für junge Ärztinnen und Ärzte eine Rolle.

(Foto: SPD Ortsverein Südharz)

Der Minister nahm sich Zeit für die zahlreichen Fragen und gab Einblicke in die Arbeit zwischen Bund und Ländern im Gesundheitsbereich. Niedersachsen sei dabei in vielen Bereichen führend, auch wenn noch einiges getan werden müsse. Auch im Hinblick auf den internationalen Vergleich betonte er, dass die Versorgung in Deutschland – egal ob gesetzlich oder privat versichert – sehr leistungsfähig und auf einem ausgesprochen hohen Niveau ist.